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Default Drucker unter Ubuntu ändern

Geschrieben in Linux von Michael am 19 Oktober 2009

Ich habe ein Weilchen gesucht, um herauszufinden, wie man den Default-Drucker unter Ubuntu (9.04) ändert. Das Problem ist aufgetreten, nachdem ich zunächst direkt mit CUPS meinen Canon-Drucker verwendet habe. Da wurden mir allerdings nur wenige Optionen angeboten. Ich wusste aber, dass mein Drucker viel mehr kann, insbesondere viele verschiedene Auflösungen. Da habe ich mich dann für Turboprint entscheiden, also etwas Geld ausgegeben. Mit Turboprint habe ich dann meinen Canon-Drucker zusätzlich eingerichtet. Daraufhin erscheint jetzt mein Drucker im CUPS zweimal (mit etwas unterschiedlichen Namen).

Wenn ich jetzt mit Firefox etwas drucken wollte, wurde mir aber als Default-Drucker immer noch der einfache Druckertreiber angeboten, den Turboprint-Treiber musste ich immer wieder manuell auswählen. Im CUPS habe ich keine Stelle gefunden, an der ich darauf Einfluss nehmen kann. Aber, es gibt die Datei „lpoptions“, die bei Ubuntu im Verzeichenis „.cups“ unterhalb vom Home-Verzeichnis (Persönlicher Ordner) liegt. (Im Filebrowser Nautils werden unsichtbare Dateien und Verzeichnisse mit Strg-H sichtbar.) In dieser Datei „lpotions“ steht in der ersten Zeile hinter dem Wort „Default“ der Name des Default-Druckers. Nachdem ich mit Hilfe von Gedit an dieser Stelle den Druckernamen meines Turboprint-Druckers eingetragen habe und die Datei wieder gespeichert habe, hat ohne weitere Aktivitäten Firefox schon den Turboprint-Druckertreiber als Default-Drucker akzeptiert. Geschafft.

Wen es interessiert, hier der Link zu Turboprint.

Digitalisierte Filme mit Cinelerra unter Linux bearbeiten

Geschrieben in Linux von Michael am 14 April 2009

Ich habe eine Sammlung von etwa 30 Filmrollen Normal-8-Filme von meinen Eltern geerbt, die ältesten von 1941. Das sind fast 70 Jahre alte Familienfilme. Und wir besitzen schon lange keinen Projektor mehr, um die sichtbar zu machen. Da habe ich jetzt einen Digitalisierungsanbieter gesucht, der in meiner Nähe tätig ist (Berlin), dem ich die alten Filme persönlich übergeben kann, und der dann für einen vernünftigen Preis eine gute Arbeit macht. Ich habe mich für www.schmalfilm-archiv.de entschieden, wie ich inzwischen weiß, eine gute Entscheidung.

Herr Behme von schmalfilm-archiv.de digitalisiert die Filme im Einzelbildverfahren, also jedes Filmbild wird ein JPEG und die kommen in eine AVI-Datei, das nennt sich dann MJPEG. Herr Behme bietet die Digitalisierung zwar auch im DVD-Format (720×576) an, empfiehlt aber die bessere FullHD-Auflösung (1920×1080), denn damit hat man eine Rohdatei aus der sich jetzt eine DVD-Auflösung errechnen lässt und später ohne kostspielige erneute Digitalisierung dann eine FullHD-Blueray-DVD erstellen lässt (oder auch gleich, wer schon einen Blueray-Brenner und eine FullHD-Fernseher hat).

Weil diese MJPEG-Rohdateien nicht direkt gebrannt und angesehen werden können, wird eine Videoeditier-Software für die Verarbeitung der Dateien benötigt. Sie wird auch deswegen benötigt, weil es im allgemeinen sinnvoll ist, Kontrast und Helligkeit anzupassen, und es sicher auch manchmal fehlbelichtete Stellen und schlechte Klebestellen gibt, die man gerne herausschneiden möchte. Außerdem benötigt man eine Software für die Zusammenstellung aller benötigter Dateien für eine normgerechte DVD.

In der Windows- und Mac-Welt gibt es ein paar kommerzielle Programme, die diese Aufgaben komplett erfüllen können (allen voran wohl Adobe Premiere). Diese Programme lesen die FullHD-MJPEG-Dateien und verarbeiten sie bis hin zur fertigen DVD oder Blueray-DVD. Ich bin allerdings vor einigen Monaten endgültig von Windows (XP) zu Linux (Ubuntu) umgestiegen und habe deshalb nach einer Lösung gesucht, die mir die gewünschte Videobearbeitung unter Linux ermöglicht. Dabei war auch ein Ziel, auf keinen Fall Programme selbst kompilieren zu müssen, sondern möglichst Software zu verwenden, die für Ubuntu erstellt worden ist, oder sich zumindest sicher mit Ubuntu verträgt. Und natürlich soll es freie Software sein.

Nach einiger Recherche habe ich erkannt, das es im Moment keine Lösung gibt, die so komplett von der Roh-Datei bis zur DVD alles kann und leicht zu installieren ist. Ich habe mich dann für ein Dreiergespann entschieden, von denen zwei Komponenten (ffmeg und DeVeDe) direkt aus dem Ubuntu-Repository installierbar sind, und die Hauptsoftware (Cinelerra) für die es eine eigenes Ubuntu-Repository gibt. Damit war die Installation, wie unter Ubuntu gewöhnt, problemlos machbar.

Ein Alternative schien LiVES (lives.sourceforge.net) zu sein, allerdings muss man sich das selbst kompilieren, was ich tatsächlich auch erfolgreich geschafft habe. Dann kam aber die Ernüchterung, dass LiVES irgendwie nicht richtig durchdacht ist. Das Öffnen der Rohdatei und jeder nachfolgende Bearbeitungsschritt führt jedes mal eine Komplettberechnung des gesamten Films durch, was bei einem 15min-Film je Schritt 1,5 Stunden dauern würde. Das geht natürlich gar nicht.

Wofür verwende ich die drei ausgewählten Komponenten:

ffmpeg

ffmpeg (Wikipedia) ist ein extrem leistungsfähiger Video- und Audio-Konverter. Hier haben Videofreaks aus der ganzen Welt alles eingebaut was man braucht um Video- und Audio-Dateien der exotischsten Format in ein anderes Format zu konvertieren. Es handelt sich hier um ein Schweizer Messer für Videobearbeiter. ffmpeg wird sowieso als Voraussetzung für Cinelerra benötigt. Ich verwende es jedoch auch, um die Roh-Dateien vor der eigentlichen Bearbeitung in ein Format zu konvertieren, dass die Bearbeitungssoftware Cinelerra versteht. Da ist Cinelerra etwas wählerisch, es versteht praktisch nur mpeg-Dateien. Da man mit ffmpeg aber Einfluss auf fast alle Video-Parameter hat, kann man sich eine mpeg-Datei erstellen, die zwar schlechter ist, als das MJPEG-Original, aber immer noch wesentlich besser ist, als das stark komprimierte DVD-mpeg-Format am Ende der Bearbeitung.

Ein DVD-mpeg darf eine maximale Bitrate von 6MBit/s nicht überschreiten und speichert üblicherweise nur jedes 20ste bis 30ste Bild als JPEG und alle Zwischenbilder nur als Differenz zum vorherigen Bild. Damit wird die auf DVDs übliche hohe Komprimierung erreicht. Ich konvertiere die FullHD-Rohdatei mit ffmeg in ein Mpeg2-Format, bei dem es keine Diffrenzbilder gibt, sondern nur vollständige Bilder, und bei dem die Biterate auf hohe 10MBit/s begrenzt wird. Natürlich wird auch das FullHD-Format in DVD-Format 720×567 verkleinert. Die so entstandenen Zwischendateien lassen sich prima mit Cinelerra bearbeiten und sind doch noch ein gutes Ausgangsmaterial.

Diese Konvertierung ist allerdings ein Kommandozeilen-Schritt, der dann so aussieht (alles in eine Zeile schreiben):

ffmpeg -i rohdatei.avi
       -s 720x576
       -aspect 4:3
       -b 10000k
       -me_method zero
       -vcodec mpeg2video
       zwischendatei.mpeg
       -cropleft 240
       -cropright 240

Die Inputdatei rohdatei.avi wird ins Format 720×576 mit Seitenverhältnis 4:3 und einer maximalen Bandbreite von 10MBit/s und ohne Differnzbilder in das Format MPEG2-Video in die Datei zwischendatei.mpeg konvertiert, dabei werden noch vom FullHD-Input (im 16:9-Format) die seitlichen schwarzen Ränder abgeschnitten. Dieser Schritt wird von meinem 3GHz-Pentium4-Rechner mit etwa 18 Bilder/s durchgeführt, eine 15min-Film brauch also etwa 20 min.

Cinelerra

Cinelerra (wikipedia) (Ubuntu-Repository) ist ein vollwertiges, schon sehr leistungsfähiges Videobearbeitungsprogramm mit sehr viel Filtern und Trickfunktionen. Ich habe es verwendet, um den automatischen Gamma-Korrekturfilter zu verwenden, und um die Schwarzweißfilme endgültig von allen Farbinformationen zu befreien. Außerdem habe ich damit einzelne Bilder aus dem Film herausgeschnitten wegen schlechter Klebestellen und ich habe Vor- und Nachspann abgeschnitten. Diese Schritte lassen sich mit Cinelerra prima ausführen.

Auch das Laden eines Films geht sehr schnell und die Korrekturen werden sofort sichtbar, ohne dass der ganze Film neu berechnte werden muss. Alle Korrekturen werden zunächst nur auf das jeweils angezeigte Bild angewendet. Erst am Ende, wenn man alle Schnitte und Korrekturen ausgewählt hat, gibt man dem Cinelerra die Aufgabe den endgültigen Film zu rendern (zu errechnen). Prinzipiell kann Cinelerra diese große abschießende Aufgabe sehr gut auf mehrere Prozessoren und sogar auf mehrere PCs im Netz (Renderfarm) verteilen. Ich habe diese Aufgabe aber nur meinen einen 3Ghz-Pentium4 übergeben, da hat der da dann an einem 30min-Film knapp 6 Stunden herumgerechnet, aber mit vollem Erfolg und ohne Absturz.

Allerdings ist das Ergebnis eine einzige MPEG2-Datei (auch größer als 1GB), die zwar prinzipiell im richtigen DVD-Format ist, aber so noch nicht auf die DVD kann.

DeVeDe

DeVeDe (Info) ist nun das dritte Programm. Es ist ein Programm, mit dem man ohne großes Lernen sehr schnell aus Bildern und MPEG2-Dateien ein richtiges DVD-Image erstellen kann. Ich habe ein einfaches Menü mit Hintergrundbild zur Auswahl von 3 Filmen erstellt und die zugehörigen 3 MPEG2-Dateien angehängt. Wenn diese größer als 1GB sind, zerlegt DeVeDe die Dateien normgerecht in mehrere Dateien von maximal 1GB. Das Ergebnis von DeVeDe ist entweder eine Verzeichnisstruktur mit allen benötigten Dateien, oder auch ein brennbares Image. Je nach Brennprogramm kann damit eine DVD gebrannt werden.

Da meine Linux-Rechner keinen DVD-Brenner enthält bin ich mit der fertigen Verzeichnisstruktur auf einer externen Festplatte zu einem Windows-Rechner gegangen und habe dort mit Nero DVDs gebrannt. Das Ergebnis läuft problemlos auf verschiedenen Billg-DVD-Playern und die Qualität der Filme ist Spitze.