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google plus vs XING, Vergleich der Privatshpäre

Geschrieben in Allgemein,Sicherheit von Michael am 22 Juli 2011

Seit vielen Jahren bin ich ein XING-User-Light, aber doch immerhin mit einem bezahlten Premium-Account. Seit wenigen Tagen bin ich nun auch Google+-Nutzer, nachdem ich meinen aktiven Einstieg in Facebook wegen der zu geringen Privatsphäre dort immer verweigert habe. Ich kann jetzt nicht alle Funktionen von XING mit den eher noch wenigen Funktionen von Google+ vergleichen, aber das mir wichtigste Thema, die Privatsphäre will ich gerne mal angehen:

Nachrichten an Kontakte

Bei Google+ legt man  sich eine Liste von Kontakten an, die man entweder durch Suche in Google+ findet (das sind dann auch Google+User), oder man legt  sich seine Kontakte manuell an, durch Angabe von Namen und Email-Adresse (das macht man für Kontakte, die noch nicht Google+User sind). Dies Kontakte kann man nun in die viel beschriebenen Kreise (Circle) schieben (bei Bedarf auch eine Person in mehrere Kreise). Wenn man dann nachfolgend Beiträge erstellt, oder auch Bilder/Videos hoch lädt, hat man vor der Freigabe (Teilen – Button) immer die Möglichkeit zu bestimmen, wer den Beitrag/die Bilder/Videos sehen können soll. Dabei kann man wählen zwischen „öffentlich“, „erweiterte Kreise“, „alle eigenen Kreise“, „Auswahl einiger Kreise“, „einzelne Personen“, oder ein Kombination aus Kreisen und Personen. So kann man also tatsächlich sicherstellen, dass die eigenen Beiträge, Fotos und Videos nur genau die richtigen Personen zu Gesicht bekommen.

Bei XING legt man sich ebenfalls eine Kontaktliste an, die aber nur aus Personen bestehen kann, die schon XING-Mitglied sind. Möchte man eine bestimmte Person in seiner Liste haben, muss man diese Person z.B. über einen angebotenen Weg einladen oder anders nach XING hinein bitten. Die Kommunikation zu den Kontakten erfolgt in XING über die persönlichen Nachrichten. Ein Art Weblog/Pinwand mit der Möglichkeit regelmäßig Informationen an mehrere Kontakte zu verteilen gibt es in XING nicht. Der Weg der persönlichen Nachrichten ist dem Versenden von Emails sehr ähnlich, denn als Ziel einer Nachricht können mehrere der eigenen Kontakte angegeben werden. Dabei hat man also auf sehr einfache und bekannte Art unter Kontrolle, wer welche Informationen erhält. Übrigens kann man den XING-Kontakten Kategorien zuweisen, um zusätzliche Struktur in die Kontaktliste zu bringen. Daraus entsteht aber keinerlei geänderte Privatsphäre.

Veröffentlichung das eigenen Profil.

Bei beiden Systemen ist die Pflege eines eigenen Profils eine wichtige Aufgabe. Dabei geht es nicht nur darum, wie man sich darstellt, sondern auch, was soll wer davon sehen können.

Bei Google+ sind die Mengen an Informationen, die man im Profil unter „Über mich“ ablegen kann noch nicht so umfangreich. Dennoch hat man bei jeder Position die Wahl zwischen „öffentlich“, „erweiterte Kreise“, „meine Kreise“, „nur ich“ oder „benutzerdefiniert“, also einer Kombination aus Kreisen und Personen. Darüber hinaus kann man definieren, wer die Tabs „Fotos“ und „Videos“ sehen darf. Mit etwas Mühe kann man hier also sehr genau festlegen, wer was sehen darf und wer nicht. Das lässt sich sogar personengenau machen, was aber in dieser Form aufwendig ist und deshalb nicht zu empfehlen ist.

Bei XING ist dieses Thema genial gut gelöst. Man hat eine Menge Positionen im Profil, die man befüllen kann. Und dann kommt der Clou, man kann bei jedem der eingerichteten Kontakte definieren, was vom eigenen Profil dieser Kontakt sehen darf. Man kann zuvor festlegen, was einem neuen Kontakt per default als Freigabe zugeordnet wird, und dann kann man jederzeit diese positionsgenaue Freigabe von Daten nachträglich anpassen. Daneben gibt es noch die Möglichkeit zu definieren, welche Profil-Positionen öffentlich sichtbar sein sollen. So hat man auf sehr übersichtliche Art die Möglichkeit personengenau (und nur personengenau, nicht auf Gruppen oder Kreise bezogen) die Inhalte des eigen Profils freizugeben. Hat man sehr viele Kontakte, kann das aufwendig werden, insbesondere, wenn man was global ändern möchte, dennoch empfinde ich diese Lösung als optimal und deutlich besser, als der Weg von Google+.

Veröffentlichen der eigenen Kontakte

Das ist ein Thema, welches mir noch nirgendwo richtig gefällt.

Im eigenen Profil in Google+ lässt sich konfigurieren, wie die eigenen Kontakte nach außen sichtbar werden. Ich kann entscheiden, ob meine Kontakte „öffentlich“ oder nur für „meine Kreise“ sichtbar sind, und ob alle Kontakte, oder nur Kontakte aus ausgewählten Kreisen sichtbar sind. Das sind Einstellungsmöglichkeit, wie sie sonst keiner hat, aber wie ich finde noch immer nicht genug (siehe weiter unten).

Die Sichtbarkeit der eigenen Kontakte für andere Nutzer kann auch in XING eingeschränkt werden, allerdings noch globaler als in Google+. Wenn jemand meine Kontakte sehen darf, dann kann er immer alle Kontakte sehen. Ich kann nicht dafür sorgen, dass einzelne Kontakte oder Kontakt-Gruppen nicht sichtbar werden. Ich kann in XING nur festlegen, ob meine Kontakte öffentlich sind, oder nur meine Kontakte oder Kontakte von meinen Kontakten meine Kontakte sehen können. Das war mir schon immer zu wenig Einfluss.

Die Veröffentlichung der eigenen Kontakte hat mir bisher bei keinem Anbieter gefallen. Wenn ich möchte, dass meine Kollegen nur meine Kollegen und nicht auch meine alten Schulfreunde und meine ganze Familie sehen können, dann kann ich das weder bei XING, noch bei Google+ noch bei irgend jemand anders so einrichten. Grade bei Google+ habe ich gehofft, dass das besser wird. Dort hat man die Gruppierung in Kreise, da würde ich mir wünschen, dass man die Sichtbarkeit der Kontakte so einrichten kann, dass alle Kontakte in einem Kreis nur meine Kontakte im selben Kreis sehen können.

In XING habe ich das Problem dadurch gelöst, dass ich nur ganz ausgewählte Personen in meinen Kontakten habe. Wer nicht für andere sichtbar sein soll, wird eben nicht zur Verknüpfung angenommen. In XING hätte ich mich gerne mit viel mehr Menschen verknüpfen wollen, die auch tatsächlich in XING sind, das hätte mir aber nicht in meinen Business-Auftritt gepasst. In Google+ habe ich es erst einmal so gelöst, dass ich fast alle Kreise komplett unsichtbar gemacht habe. Da sieht nun aber auch niemand aus der Familie, wen ich aus der Familie schon gefunden habe, das finde ich auch blöd. Aber es soll eben auch niemand anders sehen, wer zu meiner Familie gehört, außer die Familie selbst. Schade.

Soweit mein Vergleich von XING und Google+. In anderen Bereichen kann man die beiden auch kaum vergleichen, denn die Zielsetzungen sind teilweise doch sehr unterschiedlich, weshalb man da schnell Äpfel mit Birnen vergleichen würde.

Ich freue mich jetzt auf rege Kommentare. (Falls jemand noch eine Google+-Einladungen braucht, bitte per Email (Impressum) anfragen, bitte nicht über den Kommentar)

 

 

1 Kommentar to 'google plus vs XING, Vergleich der Privatshpäre'

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  1. on August 8th, 2011 at 01:06

    Hallo,

    ich teile Ihre Bedenken. Und die angebotenen Privatsphäre-Einstellungen sind manchmal auch recht verwirrend.

    Sogar Herr Rumohr (der sich selbst als der XING-Experte Nr. 1 in Deutschland nennt) schreibt in seinem Blog unter der Überschrift „100% Privatsphäre im XING!

    > Damit keiner sieht, wer Ihre direkten Kontakte sind,
    > wählen Sie im Menü “Start – Einstellungen –
    > Privatsphäre” beim Punkt “Kontaktliste ist sichtbar für”
    > am besten “niemand” aus.

    > Quelle: http://www.rumohr.de/blog/2007/die-100ige-privatsphaere-im-x

    Und das stimmt halt nicht. Wenn Sie das einstellen sieht man es überall im Netz weiterhin mit wem Sie in Kontakt sind – nur halt nicht über Ihr Profil – und nicht dass es nicht anders möglich wäre – XING will es gar nicht anders … ausdrücklich nicht!

    Sind Sie bei XING? Hier könnte ich Hilfe in einer Diskussion zu diesem Thema gebrauchen:

    https://www.xing.com/net/pri77a8f8x/XING/kontakte-278498/datenschutz-37595517/37735545/#37735545

    Danke und viele Grüße
    Klaus Marwede

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