Home

VOIP-Wechsel von 1&1 zu Sipgate mit Fritz!Box und Kabel-Deutschland

Geschrieben in Fritz-Box,VOIP von Michael am 20 November 2008

Nachdem wir schon im Frühjahr einen Internetanschluss von Kabel-Deutschland eingerichtete haben (mit Wechsel von 1&1-DSL und Weiternutzung der Fritz!Box, siehe unten) und inzwischen 8 Monate mit schönen 30 MBit Download und 2 MBit Upload surfen, sowie gleichzeitig unsere zwei Haupt-Telefonnummern von einem Telekom-ISDN-Anschluss zu den zwei Analog-Anschlüssen von Kabel-Deutschland gewechselt haben, lief aber unser 1&1-DSL-Vertrag leider noch 8 Monate bis Mitte Oktober weiter.

In dieser Zeit sind wir zwar nicht mehr über die Telefonleitung (DSL) ins Internet gegangen und haben darüber auch nicht mehr ISDN-telefoniert, aber wir hatten für unsere Kinder über 1&1 drei VOIP-Telefonnummern eingerichtet und über unsere Fritz-Box genutzt. Diese 1&1-VOIP-Nummern haben wir bis Mitte Oktober weiter genutzt. Immerhin war da ja eine Festnetz-Flatrate mit drauf, die wir mit dem weiterlaufenden 1&1-Vertrag ja immer noch bezahlt haben. Technisch war das gar kein Problem, der 1&1-VOIP-Server war natürlich problemlos auch über den Kabel-Deutschland-Internetanschluss erreichbar.

Nun lief der 1&1-DSL-Vertrag aber Mitte Oktober aus und die VOIP-Nummern der Kinder wären dann verfallen. Das wollten wir nicht, und deshalb haben wir uns nach einer Alternative umgesehen. Ich hatte mir schon vor einigen Jahren einen kostenlosen VOIP-Account bei Sipgate (www.spigate.de) eingerichtet, und damit erfolgreich getestet. Zu so einem Sipgate-Basic-Account gehört dann genau eine Telefonnummer aus dem örtlichen Telefonnummernkreis. Diese Telefonnummer setzt sich in Berlin aus der Vorwahl plus 3 festen Zahlen plus der 6-stelligen Kundennummer bei Sipgate zusammen. Damit konnte man mich von außen anrufen und ich konnte für 1,79 ct/min ins Festnetz telefonieren, was ich auch einmal probiert habe. Dazu musste ich ein kleines Guthaben bei Sipgate hinterlegen.

Nach diesen Vorerfahrungen habe ich jetzt die weiteren Angebote von Sipgate geprüft, und fand das Angebot Sipgate-Plus mit Sipgate-Flat genau richtig für uns. Zu Sipgate-Plus gehören 4 Telefonnummern und drei SIP-Accounts. So kann man 3 der Telefonnummern für unabhängige Geräte nutzen und eine Telefonnummer bleibt übrig für die im Account mit enthaltene Web-Fax-Funktionalität. Die neuen 4 Telefonnummern sind die bisherige Nummer mit jeweils einer 0, 1, 2 oder 3 hinten dran. Auf der Webseite kann man nun konfigurieren, welche der Nummern zu den jeweiligen SIP-IDs geleitet wird, und welche Nummer für die FAX-Funktionalität gehören soll. Das geht wirklich komfortabel und übersichtlich.

Auf dieses Sipgate-Plus haben wir etwa vier Wochen vor dem Ende des 1&1-Vertrags umgestellt und dann einen der VOIP-Anschlüsse der Kinder in der Fritz!Box probeweise umkonfiguriert, um das zu testen. Die Telefone der Kinder betreiben wir als ISDN-DECT-Schnurlostelefone, bei der die ISDN-Basisstation an dem internen ISDN-Anschluss der Fritz!Box 5050 angeschlossen ist. Das war auch schon so, als diese Apparate über 1&1-VOIP liefen. Die Umkonfiguration in der Fritz-Box ging problemlos, da alle benötigten Daten vollständig und übersichtlich auf der Webseite von Sipgate zu finden sind. So musste also nur SIP-ID, Kennwort und SIP-Server geändert werden, und fertig. Die Telefonnummer unter der diese Zugänge von der Fritz!Box an die ISDN-Basisstation signalisiert werden (MSN) haben wir nicht verändert, so brauchte die ISDN-Basisstation gar nicht angepasst werden.

Und jetzt kommt das spannendste Thema, zu dem man schon viele Horrorgeschichten gehört hat. Gleichzeitig mit dem Wechsel von Sipgate-Basic zu Sipgate-Plus habe wir die Nummernportierung der drei Telefonnummern der 1&1-VOIP-Anschlüssen von 1&1 zu Sipgate bei Sipgate beantragt. Das ließ sich leicht über die Webseite von Sipgate erledigen. Am Ende der Beantragung erhält man ein fertig ausgefülltes Formular zum Ausdrucken, dass man dann unterschreiben und zu Sipgate faxen oder schicken muss. Interessanterweise stand auf dem Formular schon drauf, von woher diese Telefonnummern kommen, obwohl das nicht abgefragt wurde. Da hatte man schon online in eine zentrale Datenbank geschaut.

Interessant ist hierzu auch: Auf der Portierungswebseite steht, dass man bei seinem bisherigen Telefonanbieter nicht selbst kündigen darf, sondern dass das von Sipgate im Rahmen des Portierungsauftrags getan werden muss, damit alles reibungslos klappt. Da hatte ich zunächst ein Schreck bekommen, denn wir hatten unseren 1&1-Vertrag ja schon Monate vorher selbst gekündigt. Eine Rückfrage per Email an Sipgate (mit schneller Antwort) ergab aber diese Information: das gilt für Portierungen von der Telekom, und wohl auch anderen richtigen Telefonanbietern, aber nicht bei der Portierung von VOIP-Nummern von 1&1. Wer da also auf Nummer Sicher gehen will, sollte rechtzeitig bei Sipgate anfragen, ob die Kündigung durch einen selbst, oder durch Sipgate der richtige Weg ist. Wir hatten es also zufällig für den 1&1-Fall richtig gemacht, Glück gehabt.

Jetzt mussten wir nur noch auf den Tag X warten. Das 1&1-Vertragsende lag auf einem Samstag, also Samstag noch Vertrag, Sonntag nicht mehr. Sipgate hatte aber geschrieben, dass Portierungen nur Wochentags ausgeführt werden. Das hat die Spannung noch etwas erhöht. Was ist nun tatsächlich passiert: In der Nacht von Samstag zu Sonntag war Ende mit VOIP bei 1&1, die Fritz-Box schaffte am Sonntag kein Login mehr am 1&1-SIP-Server. Ich hatte dann schon am Sonntag für alle drei Nummern die Daten der Sipgate-Accounts eingerichtet, woraufhin sich die Fritz-Box erfolgreich am Sipgate-SIP-Server angemeldet hat. Allerdings konnten am Sonntag nur die Sipgate-Telefonnumern angerufen werden und natürlich raus telefoniert werden. Am Montag dann, kurz nach Mitternacht kam eine Email von Sipgate, dass jetzt die Nummern an Sipgate übergeben worden sind, und im Laufe des Tages über den SIP-Server von Sipgate erreichbar sein werden. Als ich am Montag nach der Arbeit nach Haus kam und dann die alten VOIP-Nummern probiert habe, hat alles funktioniert. Ich musste auf der Webseite von Sipgate nur noch zuordnen, welche der portierten Nummern auf welchen Account laufen sollen. Jetzt hat jedes SIP-Account also zwei Nummern, die von Sipgate und die portierte ehemalige 1&1-VOIP-Nummer. Es läßt sich auch bei Sipgate einstellen, welche dieser zwei Nummern nach außen signalisiert wird, also der Gegenstelle gezeigt wird.

Ich kann damit sagen, es hat alles reibungslos und ohne Verzögerungen geklappt. Super. So stellt man es sich vor. Was hört man für Geschichten, wenn an so einem Portierungsprozess die Telekom beteiligt ist.

Unsere endgültige Konstellation ist jetzt also: Wir haben nur noch eine Leitung nach außen, das Kabelfernseh-Kabel zu Kabel-Deutschland. Darüber kommen Kabelfernsehen, Internet, 2 am Ende analoge Telefonanschlüsse und 3 VOIP-Anschlüsse. Alles läuft über das Kabelmodem und die nachgeschaltete Fritz!Box 5050. Die gute alte Telefonleitung mit ihren zwei dünnen Drähtchen hat bei uns ausgedient und ist jetzt tot. Für die heutigen Datenmengen für Internet und VOIP ist das Koax-Kabel sowieso die viel bessere Lösung, die auch noch reichlich Reserven für die Zukunft bietet. DSL ist nur ein krampfhafter Versuch und eine Schnappsidee der Besitzer der Zeidrahtleitungen (Telekom) mit engen technischen Grenzen. Nur in Westeuropa, besonders in Deutschland gehen die Menschen per DSL ins Internet, in den meisten anderen Ländern sind es die Kabelfernsehkabel, weil die dafür auch einfach viel besser geeignet sind.

Abschließend noch was zu den Preisen: Bis Anfang des Jahres haben wir mit Telekom-ISDN + 1&1 3-DSL gelebt zu einem Preis von 70 Euro pro Monat und nur DSL3000 wegen der Entfernung zur Vermittlungsstelle. In der Übergangszeit haben wir mit Kabel-Deutschland plus 1&1 DSL gelebt zu einem Preis von 39,90 + 29,90 also auch etwa 70 Euro pro Monat aber mit zehnfacher Intern-Geschwindigkeit. Jetzt nutzen wir Kabel-Deutschland plus Sipgate zu 39,90 + 10,80 also etwa 50 Euro pro Monat für 30MBit Internet plus 5 Telefonanschlüsse mit Festnetz-Flatrates. Das empfinden wir als korrekten Preis für die Leistungen, und wir sind auch voll zufrieden mit der Zuverlässigkeit dieser Lösung.

Hier die Links zu den vorigen Beiträgen zu dem ganzen Thema: