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Kabel-Deutschland über Fritz!Box

Geschrieben in Fritz-Box,Internetzugang von Michael am 24 Februar 2008

Nachdem wir erfolgreich und völlig reibungslos einen Internet-Zugang von Kabel-Deutschland erhalten haben (siehe hier), beschreibe ich in diesem Bericht, was einem passieren kann, wenn man die aus der DSL-Zeit vorhandene Fritz!Box für die Anbindung von PCs und Telefonen an dem neuen KD-Internet-Anschluss weiter verwenden möchte.

Eigentlich ist der Schritt nicht so kompliziert, und von AVM auch schon in den Fritz!Boxen vorgesehen. Prinzipiell wird das in der Fritz!Box eingebaute DSL-Modem außer Betrieb genommen und stattdessen das Kabelmodem als externes Modem angeschlossen. Ich habe eine Fritz!Box mit zwei LAN-Ports (Model 5050), bei der durch die Umstellung das LAN-Port A zum WAN-Port wird, an das das Kabelmodem angeschlossen wird, und nur noch das LAN-Port B für die interne Vernetzung verwendet werden kann. Am LAN-Port B können natürlich weiterhin über zusätzliche Switches viele lokale Geräte angeschlossen werden. Der DSL-Eingang ist nun nicht mehr angeschlossen (bei der 5050 sind DSL und Telefon-Eingang noch getrennt, später hat AVM das Y-Kabel eingeführt, dass DSL- und Telefoneingang auf einen Stecker zusammenführt).

Mit unserem Wechsel zu Kabel-Deutschland werden wir mit etwa 4 Wochen Verzögerung auch unsere ISDN-Telefonnummern zu Kabel-Deutschland wechseln. Der dann noch nötige Umbau hierzu liegt noch vor uns. Ich werde ihn gesondert beschreiben. (siehe unten)

Die Umstellung der Fritz!Box geschieht recht einfach per Weboberfläche der Fritz!Box. Zunächst auf der Seite Einstellungen/System/Ansicht den Expertenmodus aktivieren. Dann auf die Seite Einstellungen/Internet/Zugangsdaten folgende Einstellungen vornehmen:

  • Anschluss: Internetzugang über LAN A
  • Betriebsart: Internetverbindung selbst aufbauen (NAT-Router mit PPPoE oder IP)
  • Zugangsdaten: Zugangsdaten werden nicht benötigt (IP)
  • Verbindungseinstellungen: IP-Adresse automatisch über DHCP beziehen
  • Traffic-Shaping benutzen: ja
  • Geschwindigkeiten gemäß Vertrag: z.B. 2000 und 30000
  • Mac-Adresse unverändert lassen

Nach einem Reboot der Fritz!Box haben wir das beim Kabelmodem mitgelieferte LAN-Kabel ins Kabelmodem und ins LAN-Port A der Fritz!Box gesteckt, und etwa eine Minute später ging die DSL-LED an der Fritz!Box wieder an, und der Internetzugang war wieder da, über Kabel-Deutschland. Klasse. Auch die in der Fritz!Box konfigurierten VOIP-Verbindungen haben sich wieder aufgebaut. Soweit ist auch dieser Schritt reibungslos verlaufen.

Die Überraschung kam erst ein wenig später, als ich versucht habe auf die Webseiten von Kabel-Deutschland zuzugreifen, ging nicht. Das ganze Internet war erreichbar, nur ausgerechnet nicht die Webseiten von Kabel-Deutschland. Per Google-Suche habe ich schnell erkannt, dass ich nicht der Einzige war, der dieses Problem hat, allerdings in den meisten Foren gab es großes Rätselraten. So habe ich z.B. mit den DNS-Einstellungen in meinem PC experimentiert, ohne Erfolg. Mit DNS-Servern von anderen Anbietern kam das gleiche Ergebnis, wie bei automatischer DHCP-Vergabe: Alles geht, nur nicht Kabel-Deutschland. Und mit den DNS-Adressen von Kabel-Deutschland ging dann gleich gar nichts mehr.

Nach einiger Zeit bin ich dann auf den richtigen Hinweis gestoßen, diesen Hinweis hat wohl jemand von AVM bekommen. Wer eine etwas ältere Fritz!Box verwendet, egal ob mit frischer Firmware, oder mit alter Firmware, der hat in den Konfigurationsdaten fest eingebaute, nicht über die Weboberfläche veränderbare Routing-Sperren für private IP-Netze. Die privaten IP-Netze fangen entweder mit 192.168 oder mit 10 an. Gemäß irgendeiner RFC dürfen diese Adressen nicht öffentlich geroutet werden, weshalb ordentlich programmierte Router entsprechende Sperren enthalten, auch die älteren Fritz!Boxen. Neuere Fritz!Box (ich weiß nicht ab welcher Firmware-Version) haben diese Sperren nicht mehr.

Bei Kabel-Deutschland ist es nun so, dass die KD-Webseiten von den KD-Internet-Anschlüssen nicht über die normalen öffentlichen IP-Adressen erreichbar sind, dass haben die offensichtlich bewusst gesperrt, dafür aber über eine private Adresse, nämlich 10.10.9.4. Auch die DNS-Server von KD haben selbst 10er-Adressen.

Des Rätsels Lösung ist nun die: Die Sperre der privaten IP-Netze steht in der Konfigurationsdatei der älteren Fritz!Boxen. Bei einem Firmware-Update wird normalerweise diese Konfigurationsdatei beibehalten. Man schleppt die Sperren also immer wieder mit. Macht man aber mit einer neuen Firmware einen Reset auf Werkseinstellung, dann wird die Konfigurationsdatei in der Fritz!Box von der neuen Firmware neu erstellt, ohne Sperren der privaten IP-Netze. Hurra. Allerdings vorher sollte man sich liebevoll alle Konfigurationen auf Papier schreiben, und danach wieder neu eingeben. Das kostet selbst bei einer umfangreich genutzten Fritz!Box auch nur eine halbe Stunde.

Dieser Reset auf die Werkseinstellungen hatte bei meiner Fritz!Box 5050 zusätzlich einen angenehmen Nebeneffekt. Ich habe diese Fritz!Box im Laufe der Jahre mehrfach umkonfiguriert und mehrfach die aktuelle Firmware eingespielt. Inzwischen war die Weboberfläche der Fritz!Box richtig langsam geworden, was ich auf das Alter der Box geschoben habe. Nach dem Reset auf Werkseinstellung und erneuter Eingabe aller Parameter ist die gute alte 5050 jetzt wieder richtig flink bei der Bedienung. Also lohnt es sich vielleicht sogar für Viele, mal den Reset auf Werkseinstellung durchzuführen und alle Parameter wieder neu einzugeben.

Übrigens bringt das Sichern der Einstellungen in einer lokalen Datei und wieder Zurückspiel nach einem Reset nichts, denn genau in diesen Sicherungsdatei schleppt man auch wieder die Sperre für die privaten IP-Netze mit.

Nach dieser Aktion arbeitet meine Fritz!Box 5050 jetzt am Netz von Kabel-Deutschland so, wie ich es mir vorstelle.

Das Thema Telefonie-Umstellung beschreibe ich in eigenen Berichten „Kabel-Deutschland Telefon mit Fritz!Box“ und „Mit Fritz!Box VOIP über Kabel-Deutschland„.

Die Montage der Technik habe ich bereits in einem eigen Bericht beschrieben „Kabel-Deutschland Internet-Montage„.

Ganz neu hinzugekommen ist mein Bericht zum “ VOIP-Wechsel von 1&1 zu Sipgate„.

53 Kommentare to 'Kabel-Deutschland über Fritz!Box'

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  1. Freddy said,

    on September 24th, 2015 at 01:03

    Hallo :)

    Vielen Dank für diesen ausführlichen und sehr nützlichen Bericht! Ich war fast am verzweifeln da ich seit dem Anschluss meiner 7050er FritzBox an meinem Unitymedia Anschluss ständig „Ihre Internetverbindung ist instabil“ Probleme hatte. Der Internetzugriff war allgemein sehr instabil und es kam regelmässig zu abbrüchen (Seiten wurden sporadisch nicht oder sehr langsam geladen).
    Nach dem oben beschriebenen Reset ohne Einspielen der Konfiguration – um die Routing Sperren los zu werden – funktioniert jetzt alles einwandfrei.

    Hurra

    Viele Grüße
    Freddy

  2. Max said,

    on September 25th, 2015 at 20:03

    Ich glaube zwar nicht, dass nach so vielen Jahren noch einer antwortet aer die Hoffnung stirbt zuletzt:

    Warum muss ich ich an der FritzBox überhaupt umstellen, dass das Internet jetzt über den LAN-Port kommt. Ich kann das doch auch einfach einstöpseln. Dann leuchtet zwar keine DSL-Leuchte an der FritzBox aber das Internet läuft trotzdem über LAN-Port und Kabel Deutschland-Modem…


  3. on Mai 27th, 2017 at 05:10

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